Die Wahlbeteiligung der letzten Kommunalwahl in Kiel betrug gerade einmal 37,2%. Parteien und KandidatInnen wählen, die für einen Erhalt des Kieler Grüngürtels und eine vernünftige Verkehrspolitik stehen, ist das mindeste, was jede/r tun kann.

In Bezug auf die nächste Wahl heißt das:

Vertreter von SPD, CDU, SSW  sowie die Vertreterin der FDP haben im Juni in einer gemeinsamen Pressemitteilung die Südspange als Maßnahme gefeiert, die der Umwelt "zugute" komme, "Anwohner endlich von Verkehrslärm entlaste" und Pendlern nutze, die "ihre wertvolle Zeit nicht im Stau verschwenden wollen". Man muss das schon fast als Beleidigung auffassen, wenn einem als Bürger dieser Stadt solch ein peinliches, von Halbwahrheiten durchsetztes Politikergeschwurbel vorgesetzt wird.

Von den Parteien, die mit Sicherheit keine Alternative für Kiel sind und höchstens eine zum gesunden Menschenverstand, hat bisher die NPD in Person ihres Ratsherren für die Südspange gestimmt.

Die Linke sowie die Wählergemeinschaft WIR in Kiel e.V. haben sich bisher klar gegen die Südspange und zuverlässig für den Erhalt des Grüngürtels positioniert und entsprechend abgestimmt. Der fraktionslose WIR-Ratsherr Andreas Regner geißelte die Planungen des Bundes in der Ratsversammlung im Juni besonders in Hinblick auf die mangelnde Bürgerbeteiligung. Für die Grünen erklärte deren verkehrspolitischer Sprecher Lutz Oschmann: "Wer neue Straßen bauen will, macht damit den LKW- und den Individualverkehr attraktiver und bremst die notwendige Verkehrswende aus."

Wählt links, WIR oder grün!

Es gibt keine Garantie dafür, dass die weitere Zerstörung des Kieler Grüngürtels gestoppt würde, sollten die Grünen in Kiel wie in manch anderen Universitätsstädten kommunal stärkste Kraft werden. Lange Jahre gab es einen eher gruseligen denn "grünen" Bürgermeister, der vor allem wegen "Steherqualitäten" (KN 3.5.17)  für einen Möbelmarkt in einem alten Kleingartengelände in Erinnerung bleibt. Die Kieler Grünen haben sich insgesamt dabei nicht mit Ruhm bekleckert. Und ob die derzeitige Fokussierung auf den Flugplatz Holtenau wirklich WählerInnen zur Urne treibt?

Die dringend notwendige Verkehrswende anzustoßen wird ohne starke Grüne aber schwer sein, wenn eine orientierungslose SPD oder eine verkehrspolitisch völlig desolate CDU weiter den Ton angeben.

Auf der "sicheren Seite" für den Grüngürtel wäre man aber vermutlich eher mit der Wahl von LINKE oder WIR ...

Niklas Hielscher
- bielenbergkoppel.de -
(SPD-Mitglied 1985 - Dez 2017)

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