Kieler Erfolgsgeschichten gibt es derzeit nicht nur im Fußball, sondern auch auf der Schiene. Das Schöne ist, dass nicht nur beim Fußball noch Luft nach oben ist. Zu den Hauptargumenten der Südspangen-Befürworter gehört, dass für den steigenden Güterverkehr zum Ostuferhafen eine leistungsfähigere Straßenanbindung nötig sei. Ist das so?

So wird ein Schuh draus: Im April 2016 wurde am Schwedenkai der 1000. Güterzug der Herbst 2012 eröffneten Linie nach Verona gefeiert. Jeder dieser Züge kann 32 LKW ersetzen. Bereits 2014 investierte der Kieler Hafen in einen neuen Portalkran, um LKW-Trailer und Container schneller verladen zu können. Mit der geplanten "Ertüchtigung" des Rangierbahnhofs in Meimersdorf in unmittelbarer Nähe zur B404 werden die Züge noch länger werden und noch mehr LKW ersetzen können.

"Mehr als 30.000 Trailer und Container wurden in 2017 in Kiel auf die Kombizüge verladen. Am Schwedenkai konnte so ein Großteil des Umschlagswachstums von der Straße auf die Bahn verlagert werden."
(Port of Kiel, Newsletter Januar 2018, pdf)

"Durch [...] eine bessere Nutzung bzw. die Erweiterung der Angebote ab Schwedenkai und Ostuferhafen und den Einbezug der Konzepte städtischer Logistik können die Potenziale kombinierter Verkehre in der KielRegion bestmöglich genutzt und die Anbindung der Häfen verbessert werden. "
(Masterplan Mobilität KielRegion, S.132)

Diese Erfolgsgeschichte des "Kombinierten Verkehrs" ist nur möglich, wenn die Schiene Vorteile gegenüber der Straße hat. Wer Straßen für den Güterverkehr optimiert statt die Schiene, gefährdet den Erfolg und holt mehr LKW auf die Straße.

Auch der Ostuferhafen hat einen Gleisanschluss, über den bisher Güterzüge nach Hamburg-Billwerder abgewickelt werden. Es bedarf keiner großen Fantasie, um sich auch hier Erfolgsgeschichten vorstellen zu können, die zudem schneller realisierbar sind als eine vierspurige Schnellstraße ohne Happy End.

Wenn die Klaipeda-Fähre mit geschätzt maximal 150 Trailern im Ostuferhafen anlegt, dann sind das entweder 150 LKW, die auf Kieler Stadtgebiet die Luft verpesten.

Oder wenige Güterzüge.

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